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ItchyFeetBlog
2016-05-23 10:11:00

Sehnsucht nach Lissabon

Kann man Sehnsucht nach einem Ort haben, an dem man noch nie war? Seit einigen Jahren überkam mich immer wieder dieses Gefühl. Lissabon und ich, das könnte etwas werden. Das könnte eine Stadt sein, an die ich zukünftig gern und regelmäßig zurück kehren möchte. Und genau das ist sie.

Spätestens nach sieben Stunden steht es endgültig fest: Ich bin verliebt. Diese Stadt bezaubert mich. Mit allen Sinnen und von Beginn an. Seit ich den ersten Fuß auf portugiesischen Boden gesetzt habe. Mit dieser wachsenden Begeisterung drängt sich immer wieder eine Frage in meinen Kopf: Wieso habe ich Lissabon nicht schon früher mal besucht?

Vor der Abreise war ich etwas besorgt. Schon seit Wochen habe ich dieser Städtereise mit meinen Freundinnen Meike und Sandra entgegen gefiebert, mich gefreut und Pläne geschmiedet. Solch eine extreme Vorfreude kann natürlich auch schnell für Enttäuschungen sorgen. Mir war klar, dass meine hohen Erwartungen an Lissabon kaum einzuhalten waren. Was wenn die Freunde, die von ihren Reisen in die portugiesische Hauptstadt erzählt haben, übertrieben haben? Wenn ich dort den italienischen Flair vermisse und alles mit meinem geliebten Rom vergleiche? Aber Lissabon hielt seine Versprechen und hat all meine Erwartungen bei weitem übertroffen.

Nach unserer Ankunft in Lissabon beziehen wir unser Domizil in einem Altbau mit Balkon und traumhaft schönem Stuck an der Decke. Vom Hunger gepackt, gönnen wir uns anschließend  ein leckeres Mittagessen nur zwei Häuser weiter, bevor wir uns auf den Weg zum Strand Estoril machen. Die Stadt zu erkunden, ist für uns heute undenkbar. Die letzte, sehr kurze, Nacht hat ihre Spuren bei uns hinterlassen. Nach einer 30-minütigen Zugfahrt vorbei am Tejo und der Küste sind wir schon da, an der kleinen aber feinen Bucht, und lassen uns bis zum Abend die Sonne auf den Bauch scheinen.
Knurrende Magen treiben uns zurück in die Stadt und wir krönen unseren ersten Tag mit köstlichem Essen (wohlgemerkt das beste Risotto meines Lebens), einem gutem Shiraz und Mandelkuchen. Pappsatt, zufrieden und mit Neugier auf den nächsten Tag fallen wir in unsere Betten.

Wieso kann nicht jeder Morgen so beginnen? Ein kurzer Spaziergang zum , wo wir uns auf der Terrasse niederlassen und nur wenige Minuten später Cappuccino, frisch gepressten Orangensaft, Croissants und Sandwiches serviert bekommen. Gestärkt freuen wir uns auf unseren ersten Streifzug durch die Stadt. Fasziniert bestaunen wir die bunten Kacheln an den Fassaden und kommen auch gleich an der ersten für Lissabon so typischen Straßenbahn vorbei. Ohne zu wissen wo die Fahrt enden wird, springen wir hinein. Oben angekommen laufen wir die engen Gassen Richtung Tejo hinunter.

Abends schauen wir an dem Platz Miradouro de São Pedro de Alcântara hinunter auf die Stadt und beobachten wie der Himmel sich in die kitschigsten Pastelltöne färbt. Ein Straßenmusiker sorgt für die passende Hintergrundmusik, natürlich dem so schön schwermütigen und melancholischen Fado.
Und während ich den sanften Klängen lausche und in die Dämmerung blicke, die sich über die Stadt legt, denke ich mir: „Hier in Lissabon, da lässt es sich leben. Hier könnte man glücklich werden. Eines Tages. Wer weiß.“

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BELIEBT

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